Führung rund um das Hasenloch mit Schwerpunkt auf ökologischen Fragen

Am Sonntag 14.6. informierte der Umweltreferent der Naturfreunde, Dr. Karl-Heinz Müller, über Biotope und Lebensräume rund um das Naturfreundehaus Hasenloch. Im Fokus standen unter anderem eine von den Naturfreunden vor Jahren angepflanzte Hecke und deren Entwicklung, der Vergleich einer zu Futterzwecken angelegten Glatthaferwiese mit einer Ackerfläche, die zu einer Blumenwiese verändert werden soll sowie Ackerrandflächen und Pflegemaßnahmen in Wäldern. Daneben spielten auch verschiedenste Tiere und deren Verhalten immer wieder ein Rolle.
Die Hecke am östlichen Rand des Hasenlochs ist im Laufe der Jahre in die Höhe gewachsen, mache lichtbedürftige Pflanzen wie z.B. der Sanddorn sind verschwunden. Dafür fruchten aber Kulturapfel und Holzapfel direkt nebeneinander, ohne dass sie gezielt gepflanzt wurden. Sie ist auch ein idealer Zufluchtsort, Lebensraum und Nistort für verschiedenste Tiere.
Auf Futterwiesen dominieren, wie gewünscht und erforderlich, Gräser. Vor ca. drei Jahren erwarben die Naturfreunde in unmittelbarer Nähe des Hasenlochs eine 3000 m² große Ackerfläche und widmeten dieses mit standorttypischem Saatgut in Richtung einer Blumenwiese um. Erfolge zeigen sich darin, dass Blütenpflanzen immer stärker hervortreten und diese auch die wenigen noch vorhandenen Rehe zunehmend nutzen. Neben verschiedensten Gräsern bieten Schmetterlingsblüher, Margariten, Klappertöpfe, Flockenblumen, Korbblütler u.a. ihre Blüten Insekten für Nahrungserwerb und Bestäubung an. Auf dieser Fläche soll durch dosierte Mahd weiter dafür gesorgt werden, dass sich die Anzahl der Blütenpflanzen erhöht oder zumindest stabilisiert. Erkennbar und gewollt ist auch, dass im westlichen, nicht in die Mahd einbezogenen Bereich, Sträucher, wie z.B. Brombeeren und Schlehen, vom Waldrand her schnell eine Neubesiedlung einleiten.
Beim Vergleich von noch vorhandenen Ackerrandstreifen sieht man deutlich, dass deren Mahd die Diversität und auch die Anzahl von Blütenpflanzen deutlich reduziert und Gräser stark dominieren. Dadurch leidet ihre Attraktivität für Insekten sehr stark. Ohne Blütenpflanzen und deren Nektar und Pollen werden Insekten zunehmend zurückgehen – ein generelles Problem.
Im Zuge von Durchforstungen wird es in den Wäldern lichter. Auf Freiflächen, die schnell wiederbesiedelt werden, können wieder Pflanzen, wie z.B. die Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia), aufkommen, die dort zuvor nicht mehr angetroffen wurden. Allerdings zeigt sich auch, dass die frühe Mahd von Waldwegen und deren Rändern blühende Pflanzen bereits jetzt vollständig verschwinden lässt, so dass Insekten dort im weiteren Verlauf des Jahres keine geeignete Nahrung und Fortpflanzungsbedingungen mehr finden – vor Jahren war dies noch anders. Das Problem des Fehlens von Blühpflanzen ab spätestens Juli spielt leider überall in unseren bewirtschafteten Lebensräumen seit Jahren, unabhängig von geänderten Klimabedingungen, eine wichtige negative Rolle für die Tierwelt.
Deutlich wurde, dass sich auch auf begrenztem Raum viele aktuell interessante Fragestellungen erörtern und demonstrieren lassen. Die Teilnehmenden hat dies gefreut.





